Presse-Mitteilung
Chiemgau-Zeitung

Zartbittere Priener „Fair-Suchung“
 13.02.2019

     
Typisch Prien: Der Huber Wast aus Breitbrunn hat dieses Etikett für die faire Priener Schokolade entworfen. re

Prien – Seit Mitte November 2018 steht Prien in einer Reihe mit London, Rom, San Francisco und Paris.

Diese Metropolen sind Fair-Trade-Städte. Vor drei Monaten bekam die Marktgemeinde auch dieses Gütesiegel verliehen. Das Logo wird demnächst auch eine Schokoladenverpackung zieren. Prien bekommt eine faire Vollmilch- und Zartbitterschokolade mit lustigem Etikett.

König Ludwig II. hält eine Tafel Schokolade in der Hand, ein Trachtenpaar tanzt vor der Kulisse der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, aus dem Schornstein des Raddampfers steigt Rauch auf, eine Gämse springt über das Gipfelkreuz der Kampenwand: Diese und einige weitere Motive zeugen von jeder Menge Lokalkolorit auf dem Etikett. Entworfen hat es der Huber Wast aus Breitbrunn, weithin bekannt als Maler und als Hauptdarsteller im Kult-Erfolgsstück „Der Himmegugga“ im Theaterzelt in Riedering.

Eigentlich gibt es faire Priener Schokolade schon seit 2012 – allerdings bisher in eher unüblichen 80-Gramm-Portionen und „nur“ im Weltladen in der Geigelsteinstraße und bei Werners Naturalien an der Hochriesstraße. Die Priener Initiative für Eine Welt, die den Weltladen lange Jahre in Eigenregie betrieb, hatte die „Fair-Suchung“ erfunden. Im Weltladen lagern noch beachtliche Mengen im speziellen Schokoladen-Kühlschrank.

Demnächst kommen aber auch Feinschmecker auf ihre Kosten, die nicht immer nur Vollmilch-Geschmack möchten. Die neue Auflage der Priener „Fair-Suchung“, so der doppeldeutige Name, gibt es als 100-Gramm-Tafel und zusätzlich in der Geschmacksrichtung „Zartbitter“.

Am 31. März soll sie im Rahmen einer Matinee in Mikes Kino vorgestellt werden. Der Film dazu hat einen sehr ernsten Hintergrund. Er stellt die üblichen Bedingungen bei der Produktion von Kakaobohnen dar. Es geht laut Almuth von Königslöw um Unterbezahlung, Kinderarbeit und die Verschleppung Tausender Kinder aus ihrer Heimat in Nachbarländer als billige Arbeitskräfte.

Von Königslöw leitet die „Steuerungsgruppe Fair Trade Town Prien“. Die Marktgemeinde darf das Gütesiegel führen, weil es genug Einzelhändler gibt, die faire Produkte im Sortiment haben und Restaurants mit fairen Gerichten auf der Speisekarte.

Nur Milchpulver aus Berchtesgaden

Für die Herstellung der neuen „Fair-Suchung“ hat sich die Steuerungsgruppe einen neuen Partner gesucht: die Gepa gilt als Pionier des fairen Handels in Deutschland, die Abkürzung steht für „Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt“. Die Gepa wird für die beiden Priener Geschmacksrichtungen Milchpulver aus der Region verarbeiten. Es stammt laut von Königslöw ausschließlich aus dem Produktionsbereich der Molkerei Berchtesgadener Land, die wiederum das ökologische „Naturland“-Zertifikat führen darf. Dieses Gütesiegel zeichnet auch Jakob Sichler aus. Der Bio-Bauer aus Grass au liefert seine Milch nur nach Berchtesgaden und soll im Rahmen der Matinee im Priener Kino die Herstellungsprozesse erklären.

Die GEPA garantiert laut von Königslöw die Herstellung der fairen Schokolade ohne Gen-Soja, ohne Emulgatoren, ohne künstliche Ersatzstoffe und ohne künstliche Aromen.

In die Läden kommen wird die „Fair-Suchung“ zum Verkaufspreis von 1,80 Euro je Tafel. Überlegungen hinsichtlich einer Rabattierung für Endverkäufer sind noch im Gange. Im Vorfeld hatte sich schon der Gewerbeverein PrienPartner gemeldet und signalisiert, dass er die fairen Süßigkeiten unterstützen will. Vermutlich wird es eine interne Rückerstattung für diejenigen Mitgliedsbetriebe des Gewerbevereins geben, die Kontingente der Schokolade im Weltladen ordern, wo die Bestellungen gesammelt werden.

 

 



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