Presse-Mitteilung
Samerberger Nachrichten

Premiere der Priener Fair-Suchung in Mike´s Kino
05.04.2019

 

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Um die neue, fair gehandelte Bio-Schokolade ihrem Anlass entsprechend informativ zu präsentieren, lud die Fair-Trade-Gemeinde Prien gemeinsam mit der Priener Initiative für eine Welt und dem Weltladen Prien zu einer Sonntags-Matinee am 31. März in Mike´s Kino ein. Dem Ruf waren viele trotz herrlichen Kaiserwetters gefolgt. Nach einem Begrüßungssekt, den die Kinobetreiber Martina und Mike Engel gestiftet hatten, und Bio-Orangensaft des Weltladens, erfuhren die Gäste in einem hochinteressanten Film, wie eine ivorische Kakao-Bäuerin, die Mitglied einer Selbsthilfeorganisation ist, ihre kleine Plantage anbaut und pflegt. Die Zuschauer erfuhren, wie mühsam und aufwändig die Produktion von Kakaobohnen ist und wie Großfamilien als Kakao-Bauern überleben können – dank einer fairen Entlohnung und ganz ohne Kinderarbeit.

 Anschließend wurde in einem weiteren Film der Blick auf die hiesigen Bauern gelegt. Er porträtierte den Grassauer Bio-Milchbauern Jakob Sichler, der die gesamte Milch seiner 40 bis 50 Kühe in Naturland-Qualität an die Berchtesgadener Molkereigenossenschaft zu einem guten festen Preis abliefert und dennoch sein Auskommen nur über die zusätzliche Vermietung von Ferienwohnungen erzielen kann. Er war anwesend und stand nach einem kurzen Bericht zur Lage für Fragen zur Verfügung.  Erster Bürgermeister Jürgen Seifert betonte in seinem kurzen Grußwort, man solle sich darauf fokussieren, was vor Ort beeinflusst werden könne. Wie der Film aufgezeigt habe, könnten aufgrund mangelnder Nachfrage nur rund ein Drittel der fair produzierten Kakaobohnen in den fairen Handel verkauft werden. Mit einem veränderten Konsumverhalten könne der Verbraucher dafür sorgen, dass sich dies ändere und damit weit mehr fair gehandelte Produkte in Umlauf kämen. Neben dem Vorstand der Prien Partner Dr. Herbert Reuther kam auch der Breitbrunner Designer des Verpackungsmotiv Wastl Huber zu Wort, der in Reimen seine Kreation erläuterte. 

Bevor es endlich zur Verkostung ging, erklärte Christl Bodler vom Weltladen, dass alle Zutaten der Priener Fair-Suchung aus reiner Bio- und Fair-Trade-Qualität bestünden. Anschließend ließen sich die Gäste die in Zartbitter- sowie in Vollmilch-Geschmack erhältliche Bio-Schokolade schmecken. Das Urteil aller war überaus positiv. Mitorganisatorin Almuth von Königslöw freute sich in ihrem Fazit sehr, dass trotz des traumhaften Wetters so viele den Weg in Mike´s Kino gefunden hatten. „Wir sind sehr zufrieden, die Resonanz war insgesamt hervorragend“, so von Königslöw. Wichtig sei es ihnen gewesen, nicht nur die Lage der Bauern in Entwicklungsländern zu thematisieren, sondern auch darauf zu achten, dass die heimischen Landwirte ein gutes Auskommen erzielten. Angela Kind, Gemeinderätin und Initiatorin zum Titel der Fair-Trade-Gemeinde, zeigte sich begeistert, dass so viele Menschen sich für den fairen Handel interessierten. Inge Messerschmitt von der Steuerungsgruppe Fair-Trade sagte schließlich: „Und jetzt wäre es schön, wenn ganz viele Einzelhandelsgeschäfte diese Schokolade in ihr Sortiment mit aufnehmen würden.“ Die Verbraucher werden es zu schätzen wissen, so der Eindruck vom Vormittag. wp

Der Priener Waldorfschul-Lehrer für Geografie und Entwicklungspolitik Berthold Spötzl kam mit der gesamten Familie vorbei. Frau Christine sowie die Söhne Gabriel (re.) und Florentin (li.) erklärten, sie seien mit dem Thema bereits bestens vertraut. „Wir achten sehr darauf, fair gehandelte Produkte zu kaufen. Es freut mich heute ganz besonders zu sehen, für wie viele Menschen es ein Anliegen ist, Fair-Trade voranzubringen.“ Für sie sei es zudem sehr interessant, auch einmal die Gesichter hinter dem Engagement zu sehen und diese Menschen persönlich kennenzulernen. Bei der Geschmacksfrage gab es ein Unentschieden.  Sohn Gabriel mochte lieber die Vollmilch-Variante, Florentin bevorzugte Zartbitter.

Resi Matjasic aus Bernau gestand, sie mache sich viele Gedanken und große Sorgen, wie die Kontinente sich gegeneinander ausbeuteten. „Erst dadurch entstehen ja die Flüchtlingsströme bzw. werden damit weiter unterstützt. Das hört nicht auf, bevor die reichen Staaten diese Zusammenhänge erkennen, akzeptieren und gegensteuern“, gab sie zu bedenken. Bei der Schokolade sagte ihr die zartbittere Variante mehr zu.

Sylvia Bernau aus Marquartstein verriet, dass sie bei der Verleihung des Titels zur Fair-Trade-Gemeinde mit dem Gospel-Chor auf der Bühne gestanden habe. „Während dieser Veranstaltung ist mir ein Licht aufgegangen. Jetzt klinke ich mich immer mehr in dieses Thema ein und möchte das Ehrenamt gerne auch unterstützen“, so ihre Meinung. Wichtig sei es, jetzt dranzubleiben und weiter darauf aufmerksam zu machen. „Der Film über die Kakao-Bäuerin an der afrikanischen Elfenbeinküste hat mir ganz besonders gut gefallen, vor allem, weil er so positiv war, so motivierend. Sonst sind solche Dokumentationen oft sehr deprimierend.“ Auch wie im Film gezeigt werde, wie man versuche, im Dorf die Rolle der Frau anzuheben, habe ihr sehr imponiert. Bei der Schokolade fand sie beide Varianten sehr gut. Ein besonderer Dank galt abschließend der Kinobetreiberfamilie Engel für deren Gastfreundschaft einschließlich einem Sektempfang.

Bericht: Petra Wagner

 

 

 



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